Was wäre eine Familienfeier, wenn Ihr euch später nicht in Form von Fotos oder Videos an die Geschehnisse erinnern könntet? Für viele Familien und gerade für Hochzeitspaare in spe, ist es deshalb keine Frage, ob Fotos & Videos vom Tag X gemacht werden, eher die Frage, wer übernimmt diesen Job? Welche Rolle spielt eigentlich die ökologische Fotografie?

Viele Hochzeitsblogs und Internetseiten von Foto -und Videografen werden euch über die Vor- und Nachteile von Amateurfotograf versus professionelle Fotografie aufklären. Davon sehen wir in diesem Beitrag ab und widmen uns ganz dem eigentlichen Thema: die ökologische Fotografie.

Die Suche nach dem richtigen Hochzeitsfotografen gestaltet sich bei einer traditionellen Hochzeit oder Familienfeier als ein nicht zu unterschätzender Zeit- und Kostenfaktor. Bei einer ökologisch, nachhaltigen Feier müssen die Arbeiten eines Fotografen und auch die eines Videografen (im Folgenden wird von Fotografen gesprochen, wobei für Videografen ähnliche Kriterien gelten) dem Brautpaar nicht nur visuell gefallen, sondern sollten zudem auch den Wunsch nach einer möglichst Natur schonenden Arbeit teilen oder wenigstens gewährleisten können. 

Wir möchten euch ein wenig näher bringen, worauf es beim Thema ökologische Fotografie unter umweltfreundlichen Aspekten ankommen könnte.

Die dunkle Seite

Fotografen und gerade die, die ihre Bilder selber entwickeln, wissen, dass dies zunächst ein Widerspruch in sich ist. Für die Herstellung und Entwicklung von Fotos wird eine ganze Menge an Materialien und Chemikalien verwendet, die alles andere als umweltfreundlich sind.

Abbau seltener Erden und Mineralien für die Fotografie
  • Die verwendeten Fotochemikalien müssen als Sondermüll entsorgt werden. Reste davon gelangen in die Gewässer, gefährden Kleinstlebewesen und Fische (BUND).
    Auch bei der digitalen Fotografie!
  • Für die ökologische Fotografie gelten beim Abbau von Edelmetallen dieselben Probleme, die auch in der Schmuckindustrie entstehen:
    • Dauerhafte, schädliche und massive Eingriffe in bestehende Ökosysteme,
    • Chemikalien in der Umwelt,
    • Zwangsumsiedlung und Vertreibung,
    • Kinderarbeit etc. (siehe auch Schmuck und Ringe).
  • Bei der Digitalfotografie fallen neben der Digitalkamera allerlei weitere Ressourcen an:
    • Batterien oder Akkus,
    • Computer,
    • Speichermedien,
    • Monitore,
    • Drucker,
    • Strom,
    • Papier,
    • Farbpatronen, die bis dato alle nicht mit Biofarbenbefüllung erhältlich sind.
  • Seltene Erden, die auch für Handys und Foto-Kameras benötigt werden, werden derzeit häufig von chinesischen Bergleuten unter Lebensgefahr aus der Erde geholt. Eigentlich sollte der Verzicht bereits bei den Herstellern beginnen. Diese müssen nicht ständig neue Modelle auf den Markt bringen, die nur minimale Veränderungen aufweisen, um dann mit riesigen Werbeetats Konsumwünsche auszulösen.
  • Filme und Fotos enthalten Silberhalogenid, Silberbromid, aber auch -iodid und -chloride, Silbernitrat, Ammoniumthiosulfit, Hydrochinon, Schwefelsäure und Salzsäure… allein dies ist schon erschreckend zu wissen. Denkt nur an die vielen Fotos, die jedes Jahr entwickelt werden!
  • Für Veganer zudem ein No Go: Filme werden mit Gelatine überzogen.
  • Wir wissen, dass die Elektronik-Herstellung alles andere als umweltschonend ist. Als Anbietende als auch als Konsumierende haben wir direkten Einfluss auf viel oder wenig Umweltbelastung.

Machen wir mit, beim Trend der immer neueren, immer moderneren Fotoausstattungen und Fotofunktionen in unseren Handys?

Machen wir mit, bei der Rohstoffvergeudung und riskieren wir, dass unser Elektroschrott in Afrika landet und dort von Kindern unter Lebensgefahr aus den Gehäusen gebrannt wird?

Möglichkeiten der Ressourcenschonung und des Recycling in der ökologischen Fotografie

Die fotochemische Industrie verbraucht jährlich tausende Tonnen Silber. Dieses entsteht als Nebenprodukt bei der Entwicklung von Fotos und ist auf Filmen zu finden. Ein Teil davon landet feinverteilt in unserer Umwelt. Um die Belastung von Wasser und Boden zu verringern und um die Ressourcen des wertvollen Metalls zu schonen, sollte Silber nicht in unsere Abwässer gelangen, sondern recycelt werden. Fast alle Bestandteile, die für die Entwicklung von Fotos verwendet werden, müssen gesammelt und wieder verwertet werden. Große Unternehmen, z.B. CEWE gewinnen auf diese Weise bis zu 95 % ihres Silbers zurück. Das gewonnene Silber wird zu einer Scheideanstalt gebracht und wieder geschmolzen.

Recyceltetes Ammoniumthiosulfit lässt sich wieder zu Ammoniak reduzieren, welches in der Zementindustrie oder zur Stickstoffreduzierung genutzt wird.

Generell sollen fragwürdige Risiken in der ökologischen Fotografie durch umweltfreundliche Teile ersetzt werden, wo nur möglich. Benötigte Rohstoffen müssen verringert oder durch Recycling-Materialien ersetzt werden. Das eingesetzte Silber für Filme und Papier soll aus dem Recyclingprozess stammen. Verpackungsmaterial aus recycelten oder recycelbaren Produkten stammen und die Menge an Verpackung verringert werden.

Verwendete Chemikalien können je nach Verfahren bis zu 50 % reduziert werden. Der Wasserverbrauch lässt sich um ganze 90 % verringern. Unternehmen der Fotoindustrie müssen nach strengen Umweltstandards arbeiten und umfassend mit ausgereiften Wasseraufbereitungsanlagen, Wärmetauschern und Geräten zur Silberrückgewinnung ausgestattet sein.

Wenn Sie ein Brautkleid suchen, kommen Sie vermutlich ganz schnell zu der Frage: Seide oder nicht? Unter ökologischen und ethischen Aspekten sollten Sie dabei noch weiteres bedenken, damit Sie das für Sie passende Kleid finden oder beim Kauf Ihrer Hochzeitsgarderobe die richtigen Fragen stellen. „The Green Wedding Magazine“ hat dazu mit Dr. Matthias Langer von Bioseide.de telefoniert und sich im Internet umgesehen, um ein wenig Licht ins Dickicht zu bringen…

Die “Gewinnung” von Seide

Diese entsteht, wenn Raupen sich verpuppen. Die Raupe produziert die Seidenfäden in speziellen Drüsen im Maul und legt sie in großen Schlaufen in bis zu 300.000 Windungen um sich herum.

Maulbeerseide aus konventioneller Produktion

Die überwiegende Produktion der Seidenstoffe kommt aus der konventionellen Seidenzucht mit Maulbeerspinnern.

Seide Kokon

Bei der konventionellen Seidenproduktion werden Raupen mithilfe von Heißwasser oder Wasserdampf vor dem Schlüpfen abgetötet, um zu verhindern, dass die Kokons zerrissen werden. Danach wird der Seiden­faden des Kokons in einem Stück abgewickelt [greendelicious].

Raupen sind sehr empfindsame Wesen. Jeder, der einmal gesehen hat, wie sich Raupen winden, wenn sie ihres dunklen Zuhauses beraubt werden, kann dies mit Leichtigkeit erkennen.

Tierschützer und Veganer kritisieren die Seidengewin­nung durch das Töten der Schmetterlingsraupen.

Peta empfiehlt als humane Alternativen  z.B. Nylon, Polyester, Mikrofasern, die Fasern aus den Hüllen des Seidenpflanzengewächses, Seidenbaum­wolle (Kapok), Rayon, die Fäden des Ceibabaumes, sowie Kunstseide.

Aber es gibt noch andere Möglichkeiten, die wir Ihnen erörtern möchten, damit Sie die für sich komfortabelste Lösung finden oder ein Brautkleid aus ihrem Lieblingstoff bekommen, ohne dabei den Tierschutzgedanken aus den Augen zu verlieren.

Naturseide

Der Begriff “Naturseide” sagt aus, dass es sich nicht um Kunstseide aus der Chemiefabrik handelt. Seide ist zwar von Grund auf ein reines Naturprodukt, doch die Verarbeitung kann die Eigenschaften stark verändern: So kann der Stoff auch sehr intensiv chemisch behandelt und belastet sein (bleichen, beschweren, “ausrüsten”).

GOTS-zertifizierte Maulbeerseide und Tussah-Seide

Unter der Bezeichnung „Bioseide” finden Sie Stoffe, die mit dem GOTS-Siegel ausgestattet sind. Das GOTS-Siegel ist das weltweit bekannteste Qualitätssiegel für ökologisch und sozial verträglich hergestellte Texti­lien.

Mit dem Qualitätsmerkmal GOTS (Global Organic Textile Standard) bezeichnete Materia­lien und Produkte garantieren Ihnen, dass die Herstellung unter strengen ökologischen Kriterien erfolgt und die Verarbeitung unter menschenwürdigen Bedingungen stattfindet.

Der Standard entspricht den Voraussetzungen für die Bezeichnung kbT (kontrolliert, biologische Tierhaltung) der europäischen Öko-Verordnung.
Stoffe, aus GOTS zertifizierten Fasern, bei denen nicht die gesamte Verarbeitungskette zertifiziert ist, tragen bei Bioseide.de die Bezeichnung „BIO” oder “organic”[Bio-seide.de: GOTS].

Tussahseide- die Wildseide mit der unverkennbaren Struktur

Tussahseide, in Indien Tasarseide genannt, stammt vom Tussah-Seidenspinner. Die Seidenraupen leben meistens wild, werden aber auch im Freiland gezüch­tet.
Bei der Wildsammlung werden die Seidenfäden von Kokons ge­wonnen, aus denen die Falter bereits ausgeschlüpft sind. Durch kürzere und unregelmäßige Fäden ent­steht im Gewebe die typische Struktur der Tussah­seide.

Ahimsaseide

Bei “Peace Silk” auch als “Vegetarian Silk” bekannt, lässt man die Raupen schlüpfen und ihren vollen Lebenszyklus vollenden, ohne sie vorher zu töten.

Non-violent silk – die Alternative für Menschen, denen das Leben der Tiere am Herzen liegt…

AHIMSA ist das Prinzip der Gewaltlosigkeit (engl. non-violence), das in vielen Religionen des Ostens die Grundeinstellung des Menschen zu Lebewesen und zur Natur widerspiegelt.

Gandhi Museum

Inspiriert durch Mahatma Gandhis Philosophie der Gewaltlosigkeit und dem Respekt gegenüber allen Lebens, forschte der indische Ingenieur Kusuma Rajaiah mehrere Jahre nach den Möglichkeiten einer ethisch und wirtschaftlich vertretbaren Methode, Seidenstoffe herzustellen, ohne die Puppen in kochen­dem Wasser abtöten zu müssen. Nach mehreren Jahren intensiver Forschung ist ihm dies gelungen. Der Seidenfaden wird erst abgewickelt, wenn die Falter geschlüpft sind. Das Ergebnis sind herrliche Garne und Stoffe aus Maulbeerseide, die ihre Liebhaber bis nach Hollywood gefunden haben [Bioseide.de: Peacesilk].

In Deutschland finden Sie Brautkleider aus Ahimsaseide bei Aenne et linum, vereinzelt bei noni – die anbieten, alle Brautkleider der noni-kollektion aus Peace Silk zu fertigen – und in England bei TAMMAM, deren Kollektion bald auch in ausgesuchten Häusern in Deutschland zu finden sein wird.

Quellen: 
Bioseide.de: Informationen über Seiden
Bioseide.de: Peacesilk
Bioseide.de: GOTS
greendeliciuos: „Wissen Peace Silk“
PETA: Daunen und Seiden: Vögel und Insekten leiden für Textilien

Tipps von Thomas Beetz

Früher dachte ich immer, ein Hochzeitsfotograf wäre allein dafür verantwortlich, dass die Hochzeitsfotos perfekt werden:
Er oder sie wird gebucht, kommt zur Hochzeit, fotografiert das Paar und die Gäste – und eine Woche später blicken alle neidisch auf gerahmte Traumhochzeitsfotos.
Das dazu aber noch viel mehr gehört, erfuhr ich erst bei der Planung meiner eigenen Hochzeit.
Ein Hochzeitsfotograf kann nämlich weder die Gedanken des Brautpaares lesen, noch ist er oder sie ein bedürfnisloser Arbeitsroboter.

Damit der Fotograf auch bis spät in die Nacht die schönsten Momente einfangen kann und die Fotos hinterher nicht wie aus dem Schaufenster eines x-beliebigen Fotostudios aussehen, habe ich ein paar Tipps, die helfen, das Beste aus eurem Hochzeitsfotografen herauszuholen.

1. Trefft euch vor der Hochzeit mit dem Fotografen
So könnt ihr ihn und seine Art zu fotografieren kennen lernen und eure Wünsche für die Hochzeit besprechen. Am großen Tag fühlt ihr euch in seiner Gegenwart auch gleich viel entspannter.

2. Kommunikation ist der Schlüssel zum Erfolg
Gebt dem Fotografen einen Ablaufplan des Hochzeitstages, außerdem eure Handynummern, die der Treuzeugen und die Adressen der Locations. Auch über eventuelle Änderungen des Planes sollte er vorab informiert werden.

3. Jedes Detail eurer Hochzeit hat Einfluss auf die Qualität der Hochzeitsfotos
Je aufmerksamer ihr seid bei der Auswahl der Location, der Kleidung, des Make-ups, etc., desto besser werden eure Bilder!

4. Gebt den Trauzeugen Bescheid, dass sie den Hochzeitsfotografen vorab über eventuelle Überraschungen, z.B. Feuerwerk oder Performances, informieren sollen.

5. Ein Hochzeitstag kann sehr lang werden und Fotografieren ist harte Arbeit
Erlaubt eurem Fotografen ab und zu eine Pause und gönnt ihm etwas zu essen.

6. Versichert euch, dass der Fotograf nach der Hochzeit unterkommt
Manchmal macht es auch Sinn, dass er vor der Hochzeit in der Nähe der Location übernachtet, um Staus, Autopannen oder eine lange Anfahrt zu vermeiden.

7. Gebt ihm die Möglichkeit, seiner Arbeit möglichst frei nachzugehen und Reportage-artig zu fotografieren
Vermeidet endlose Gruppenfotos und gestellte Bilder mit jedem einzelnen Gast – das raubt Zeit, während besondere Momente verloren gehen.

8. Lasst dem Fotografen nach der Hochzeit mindestens 2 Wochen Zeit, um euch die fertigen Bilder zuzusenden
Die gewissenhafte Auswahl und professionelle Nachbearbeitung der Bilder kostet seine Zeit. 

Ich verbinde 15 Jahre fotografische Erfahrung mit 10 Jahren Erfahrung als Kameramann (und Liebe für HBO Serien) um eure Hochzeitsbilder, mal in grobkörnigen schwarzweiß mal in satten Farben, unvergesslich zu machen.
Magnum Fotojournalismus trifft auf Hochglanz Modefotografie!

Neben Hochzeiten, könnt ihr mich auch für Veranstaltungen, Portrait- oder Verlobungsshooting buchen. Ob eure Veranstaltung in Berlin, Deutschland oder dem entlegensten Flecken der Welt stattfindet, spielt dabei übrigens keine Rolle. Ich reise sehr gerne!

Thomas Beetz
+49 (0)177 7143977
email[at]thomasbeetzphotography.com