Wenn Sie ein Brautkleid suchen, kommen Sie vermutlich ganz schnell zu der Frage: Seide oder nicht? Unter ökologischen und ethischen Aspekten sollten Sie dabei noch weiteres bedenken, damit Sie das für Sie passende Kleid finden oder beim Kauf Ihrer Hochzeitsgarderobe die richtigen Fragen stellen. „The Green Wedding Magazine“ hat dazu mit Dr. Matthias Langer von Bioseide.de telefoniert und sich im Internet umgesehen, um ein wenig Licht ins Dickicht zu bringen…

Die “Gewinnung” von Seide

Diese entsteht, wenn Raupen sich verpuppen. Die Raupe produziert die Seidenfäden in speziellen Drüsen im Maul und legt sie in großen Schlaufen in bis zu 300.000 Windungen um sich herum.

Maulbeerseide aus konventioneller Produktion

Die überwiegende Produktion der Seidenstoffe kommt aus der konventionellen Seidenzucht mit Maulbeerspinnern.

Seide Kokon

Bei der konventionellen Seidenproduktion werden Raupen mithilfe von Heißwasser oder Wasserdampf vor dem Schlüpfen abgetötet, um zu verhindern, dass die Kokons zerrissen werden. Danach wird der Seiden­faden des Kokons in einem Stück abgewickelt [greendelicious].

Raupen sind sehr empfindsame Wesen. Jeder, der einmal gesehen hat, wie sich Raupen winden, wenn sie ihres dunklen Zuhauses beraubt werden, kann dies mit Leichtigkeit erkennen.

Tierschützer und Veganer kritisieren die Seidengewin­nung durch das Töten der Schmetterlingsraupen.

Peta empfiehlt als humane Alternativen  z.B. Nylon, Polyester, Mikrofasern, die Fasern aus den Hüllen des Seidenpflanzengewächses, Seidenbaum­wolle (Kapok), Rayon, die Fäden des Ceibabaumes, sowie Kunstseide.

Aber es gibt noch andere Möglichkeiten, die wir Ihnen erörtern möchten, damit Sie die für sich komfortabelste Lösung finden oder ein Brautkleid aus ihrem Lieblingstoff bekommen, ohne dabei den Tierschutzgedanken aus den Augen zu verlieren.

Naturseide

Der Begriff “Naturseide” sagt aus, dass es sich nicht um Kunstseide aus der Chemiefabrik handelt. Seide ist zwar von Grund auf ein reines Naturprodukt, doch die Verarbeitung kann die Eigenschaften stark verändern: So kann der Stoff auch sehr intensiv chemisch behandelt und belastet sein (bleichen, beschweren, “ausrüsten”).

GOTS-zertifizierte Maulbeerseide und Tussah-Seide

Unter der Bezeichnung „Bioseide” finden Sie Stoffe, die mit dem GOTS-Siegel ausgestattet sind. Das GOTS-Siegel ist das weltweit bekannteste Qualitätssiegel für ökologisch und sozial verträglich hergestellte Texti­lien.

Mit dem Qualitätsmerkmal GOTS (Global Organic Textile Standard) bezeichnete Materia­lien und Produkte garantieren Ihnen, dass die Herstellung unter strengen ökologischen Kriterien erfolgt und die Verarbeitung unter menschenwürdigen Bedingungen stattfindet.

Der Standard entspricht den Voraussetzungen für die Bezeichnung kbT (kontrolliert, biologische Tierhaltung) der europäischen Öko-Verordnung.
Stoffe, aus GOTS zertifizierten Fasern, bei denen nicht die gesamte Verarbeitungskette zertifiziert ist, tragen bei Bioseide.de die Bezeichnung „BIO” oder “organic”[Bio-seide.de: GOTS].

Tussahseide- die Wildseide mit der unverkennbaren Struktur

Tussahseide, in Indien Tasarseide genannt, stammt vom Tussah-Seidenspinner. Die Seidenraupen leben meistens wild, werden aber auch im Freiland gezüch­tet.
Bei der Wildsammlung werden die Seidenfäden von Kokons ge­wonnen, aus denen die Falter bereits ausgeschlüpft sind. Durch kürzere und unregelmäßige Fäden ent­steht im Gewebe die typische Struktur der Tussah­seide.

Ahimsaseide

Bei “Peace Silk” auch als “Vegetarian Silk” bekannt, lässt man die Raupen schlüpfen und ihren vollen Lebenszyklus vollenden, ohne sie vorher zu töten.

Non-violent silk – die Alternative für Menschen, denen das Leben der Tiere am Herzen liegt…

AHIMSA ist das Prinzip der Gewaltlosigkeit (engl. non-violence), das in vielen Religionen des Ostens die Grundeinstellung des Menschen zu Lebewesen und zur Natur widerspiegelt.

Gandhi Museum

Inspiriert durch Mahatma Gandhis Philosophie der Gewaltlosigkeit und dem Respekt gegenüber allen Lebens, forschte der indische Ingenieur Kusuma Rajaiah mehrere Jahre nach den Möglichkeiten einer ethisch und wirtschaftlich vertretbaren Methode, Seidenstoffe herzustellen, ohne die Puppen in kochen­dem Wasser abtöten zu müssen. Nach mehreren Jahren intensiver Forschung ist ihm dies gelungen. Der Seidenfaden wird erst abgewickelt, wenn die Falter geschlüpft sind. Das Ergebnis sind herrliche Garne und Stoffe aus Maulbeerseide, die ihre Liebhaber bis nach Hollywood gefunden haben [Bioseide.de: Peacesilk].

In Deutschland finden Sie Brautkleider aus Ahimsaseide bei Aenne et linum, vereinzelt bei noni – die anbieten, alle Brautkleider der noni-kollektion aus Peace Silk zu fertigen – und in England bei TAMMAM, deren Kollektion bald auch in ausgesuchten Häusern in Deutschland zu finden sein wird.

Quellen: 
Bioseide.de: Informationen über Seiden
Bioseide.de: Peacesilk
Bioseide.de: GOTS
greendeliciuos: „Wissen Peace Silk“
PETA: Daunen und Seiden: Vögel und Insekten leiden für Textilien

Kaum hat das Jahr begonnen, steht bereits fest, wie Frau sich im Herbst und Winter kleiden kann. Die Berliner Fashionweek befindet sich in den Startlöchern. Wer es genauer wissen möchte,  kann vom 14. – 19. Januar erste Einblicke in die Mode Highlights der kommenden Saison in Berlin erhalten.
Wir berichten heute über die Hamburger Designerin Julia Starp, die ihre neueste Kollektion dort vorstellen wird:
Wie der Phoenix aus der Asche…

Die Produktion

Das Label Julia Starp existiert seit 2009. Die Bekleidung wird derzeit in Polen und in Deutschland und unter fairen Bedingungen produziert.
Für die Qualitätssicherung werden die Produktionsstätten regelmäßig von der Designerin aufgesucht.

Material

Das verwendete Material zeugt von höchster Qualität, dabei legt die Designerin großen Wert auf Nachhaltigkeit.
Die Stoffe sind überwiegend zertifiziert (GOTS – Global Organic Textil Standard, Bluesign) oder aus recycelten Materialien.
Julia Starp hat sich besonders auf Mäntel, Jacken und Kleider mit außergewöhnlichen Details und auffallender Schnittführung spezialisiert.
In ihren Phoenix Kollektionen verwendet sie neben edler italienischer Spitze, Leder, Organic Tussah-Silk, Hemp-Silk, Organic Cotton und Wollvelour.

Kollektion Phoenix- alles kann (wieder)verwendet werden

Sinnbild und Namensgeber der Kollektion von Julia Starp ist das mythische Fabelwesen, der Phoenix aus der Asche.
Die Designerin setzt den Gedanken der steten Erneuerung, des Werdens und Vergehens, in einen Rausch aus Farben und Formen um: Stoffmusterlaschen, Nylonstrümpfe und Lederreste werden recycelt zu Roben, Kleidern, Korsagen, Mänteln, Hosen und Jacken.
Reste finden sich zu einem Kaleidoskop in immer neuen Kombinationen zusammen.

Angeregt durch historische Stoffmusterbücher entstand der eigens angefertigte Baumwolljacquard des Augsburger Textil- und Industriemuseum „tim“, der in Julia Starps Kollektion wieder auflebt.

Die Couture glänzt durch eine Formenvielfalt von divenhaft schmal und elegant bis zu aufwendig drapierten, weit ausladenden Abendkleidern.
Feuerrot, laszives Bordeaux, intensives Orange und schimmerndes Gold lassen den Phoenix brennen.
Als Sinnbild des Phoenix’ taucht die Sonne in Form abstrahierter Elemente in den verschiedenen Kollektionsteilen auf.

Zauberhafte handgefertigte Masken der Stylistin Aleksa Kavalerchik vollenden das Gesamtbild.

Julia Starp
Opernwerkstätten Berlin
Zinnowitzerstraße 9
10115 Berlin

Deutsch-türkisches Label setzt für die Sommersaison 2014 auf puristische Eleganz

Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten. So langsam dürfte es sich aber auch in konventionellen Kreisen herum gesprochen haben, dass die “Eco Bride” von heute, nicht die “Hippie Braut” von gestern ist. 

Die Stimmung Istanbuls, die von vielen Künstlern und Schriftstellern als melancholischer Schleier beschrieben wird, zieht sich als Leitmotiv durch die Kollektionen der deutsch-türkischen Designerin Jasmin Erbas. Die Kleider sind gleichzeitig von zeitloser Schönheit, starkem Ausdruck und leidenschaftlicher Dramatik geprägt, wobei die Form und Struktur der Designs immer Stil gebendes Element sind.

In der Kollektion dominiert eine Schnittführung, die an die fließenden Gewänder der Antike erinnert. Sowohl in der Form als auch in der Farbe hat die Designerin ganz auf Ruhe gesetzt und sich für Weiß, Stein, Beige und Schwarz entschieden. Weich fließendes Crêpe, kühler Gabardine, leichter transparenter Chiffonstoff und Seide umspielen perfekt die natürliche Form des Körpers und verleihen der Trägerin ein wunderbares Gefühl der Freiheit: kein Stück ist zu eng und doch sitzt jedes Teil dieser wunderbar eleganten Kollektion einfach perfekt. Alle Styles lassen sich untereinander kombinieren und ermöglichen viele Outfit-Varianten.

Ergänzt wird die Prêt-à-porter- Kollektion durch die Jasmin Erbas Couture-Linie mit aufregend schönen Couture Braut- und Abendkleidern. Sie werden für jede Kundin individuell oder sogar extra nach Wunsch designt und auf den Körper geschneidert: so entstehen einzigartige Kunstwerke für ganz besondere Anlässe.

Jasmin Erbas schloss 2009 ihre Ausbildung in Modedesign am Lette-Verein Berlin ab und perfektionierte ihre Kenntnisse im Anschluss als Trainee beim renommierten Instanbuler Label Arzu Kaprol. Zurück in ihrer Heimatstadt Berlin gründete sie ihr eigenes Modelabel, das für High Class Fashion, Weiblichkeit und Eleganz steht.
Die Kollektionen sind von der Atmosphäre Istanbuls und seiner osmanischen Kultur wie etwa der Tulpenepoche inspiriert, der Blütezeit der Kunst, Literatur und Architektur des Orients.Jasmin Erbas
Auf der Berliner Fashion Week:
Freitag, 5. Juli 2013, 19:00 Uhr
Umspannwerk am Alexanderplatz
Voltairestraße 5
10179 Berlin

Text: Gesa Noormann, E-Mail: gn[at]schaefernoormann.de