Maskenpflicht, soziale Distanzierung, begrenztes Sozialleben… Schlechte Zeit für die Liebe. Das Virus kommt der Partnersuche in die Quere. Partnervermittlungsseiten machen sich dies zunutze.

Wie macht man Liebesbegegnungen – für eine Nacht oder ein Leben lang – während Covid-Zeiten?

Wie macht man Liebesbegegnungen – eines Abends oder eines Lebens – während Covid-Zeiten, wenn soziale Distanzierung, das Tragen einer Maske, Angst vor dem Virus, Ausgangssperre oder um 22 Uhr geschlossene Bars, Diskotheken mit geschlossenen Türen und polnische Frauen an der Tagesordnung sind?

Das Covid-Virus? Ein Liebestöter! Vor allem, weil die Begegnung sinnlich ist. Man kreuzt zunächst ein Gesicht, aber, teilweise verborgen, sagt es nichts mehr über sie oder ihn aus, drückt keine Gefühle mehr aus. Berühren sich die Hände? Die Küsse, die wir austauschen? Alles Intime in der Liebe ist ein Tor zum Virus. Es stört die Liebesbegegnung.

Das Virus zwingt zur Langsamkeit

Wenn sie stattfindet, erfindet sich die Begegnung dann neu? Vielleicht tut es das. Weil wir beginnen, mehr zu sprechen, in Worten auszudrücken, was wir mit Gesten nicht mehr ausdrücken können. Und die wahre, körperliche Begegnung ist vielleicht eher aufgeschoben. Das Virus erzwingt eine Langsamkeit. Am ersten Abend küssen wir weniger. Wir warten, bis wir zuversichtlich sind. Diese Zwänge, die uns zurückhalten, schaffen auch die Voraussetzungen dafür, dass Poesie entsteht.

Wo treffen wir uns normalerweise? Zuerst bei der Arbeit (21,4 % der Begegnungen). Allerdings arbeiten heute immer noch 14 % der Beschäftigten per Telearbeit und alle anderen sind maskiert. Abende mit Freunden? Öffentliche Orte? Private Dates? Reduziert auf schmerzgeplagte Haut. Was bleibt übrig? Für die motiviertesten, Dating-Sites, die unter den Treffpunkten meist nur an fünfter Stelle stehen.

Der Boom von Plattformen

„Wenn es sie vor Covid nicht gegeben hätte, hätte man sie erfinden müssen“, lächelt Leyla Guilany-Lyard, Sprecherin von Tinder. Seit Beginn der Gesundheitskrise ist die Zahl der Besucher dieser Seiten stark angestiegen. Die Zuwachsraten betragen heute bereits 26 % im Vorjahresvergleich und werden sicher auch diesen Herbst weiter steigen. Menschen auf der Partnersuche schreiben sich gegenseitig und tauschen länger Nachrichten aus. Dabei gibt es gute Alternativen in der Partnervermittlung hierzulande.

Um auf die Imperative der Gesundheitskrise zu reagieren, haben die intelligenten ihre Angebote angepasst, insbesondere indem sie persönliche Treffen auf Video vorschlagen, eine weitere Stufe der Rückversicherung vor dem Treffen.

Trost für Singles? Covid-19 kann denen, die darunter leiden, dass sie keinen Seelenverwandten gefunden haben, Erleichterung verschaffen, denn jeder ist den gleichen Hindernissen ausgesetzt. Der Junggeselle ist nicht mehr unbedingt eine ungeliebte Person. Nur ein Kollateralopfer des Virus.

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